Maine Coon FAQ: 16 oft gestellte Fragen zu Maine Coon Katzen

Maine Coon FAQ

Wer zum ersten Mal mit Maine Coons in Kontakt gekommen ist und nun mit dem Gedanken schwanger geht, sich eine solche Katze zuzulegen, hat oft ein ganzes Bataillon an Fragen im Kopf. Einige davon beantworte ich hier.

1. Wie alt werden Maine Coon Katzen?

Das ist vor allem abhängig von der genetischen Disposition für bestimmte Erkrankungen und der Haltung. Ersteres lässt sich nur über eine sehr gewissenhafte Auswahl des Züchters beeinflussen. Zweiteres hat man vollständig selbst in der Hand – und dennoch ist man nie vor Unfällen sicher. Entsprechend schwer lassen sich hier Voraussagen treffen. Im Schnitt sollten die Tiere locker ein Alter von etwa 12 Jahren erreichen. Mit etwas Glück knacken Katzen auch heute noch die 15.

20-jährige Katzen werden leider mehr und mehr zur echten Seltenheit.

2. Wie gesund sind Maine Coon Katzen?

Eigentlich sind Maine Coons eine Naturrasse. Das bedeutet, dass die Hauptmerkmale dieser Rasse sich nach und nach durch natürliche Selektion herausgebildet haben. Die Katzen mussten einiges aushalten, um sich in Eis und Schnee zu behaupten: So ist beispielsweise der ausladende Pelz nicht von Menschenhand per Zucht forciert, sondern schlichtweg ein Resultat des rauen Lebens im kalten New England.

Wegen dieses Backgrounds galten Maine Coons trotz des kleinen Genpools lange Zeit als sehr robuste, gesunde Tiere. Leider sind die Plüschbomben heute mehr und mehr zur Moderasse verkommen. Durch wahlloses Vermehren hat die Gesundheit der Rasse deutlich gelitten und es gibt viele kranke Coonies mit Herz- und Nierenproblemen oder Hüft- und Ellenbogendysplasie. Auch eine gewisse Neigung zu Darmproblemen wird der Rasse teilweise nachgesagt. Unter schlechten Bedingungen (Stichwort: Vermehrer und Schwarzzuchten) boomen zudem die typischen Viruserkrankungen wie Katzenseuche, Katzenschnupfen, FIP, FIV und FeLV.

3. Was kosten Maine Coons?

Wer ein Maine Coon Kitten vom Züchter möchte, sollte mit Preisen von mindestens 600 Euro rechnen. Der Boss und Indio haben mich vierstellige Beträge gekostet. Ja, das ist verdammt viel Geld. Aber wer Kitten vom Vermehrer holt, braucht sich nicht wundern, wenn er hinterher auf vierstelligen Tierarztrechnungen sitzt (und seinen Fellkumpel mit etwas Pech trotzdem verliert).

Wenn das Geld fehlt: Hör dich bei Tierschutzorganisationen wie der Maine Coon-Hilfe um. Dort wird eine Schutzgebühr fällig, die aber bedeutend geringer als der Kaufpreis beim verantwortungsvollen Züchter ausfällt. Die Tiere im Tierschutz verdienen ebenso ein schönes Zuhause wie süße Katzenbabys!

4. Maine Coon ohne Papiere – ist das schlimm?

Ja. Wer eine Rasse wirklich voranbringen will, der arbeitet zusammen mit Gleichgesinnten in einem Verein. Der zahlt die monatlich anfallenden zweistelligen Mitgliedsbeiträge. Der hält sich an bestimmte Richtlinien. Der nimmt es auf sich, seine Tiere bei Ausstellungen vorzuzeigen, um Feedback zu erhalten, inwieweit sie dem Rassestandard entsprechen. Der zahlt auch die 20 Euro für den Stammbaum eines Kittens. Katzenzucht ist ein verdammt teures Hobby, das mit enormer Verantwortung verbunden ist. Es geht dabei um Leben. Um vermeidbares Leid. Wer finanzielle Gründe als Argument gegen die Arbeit in einem Verein vorbringt, wird auch die Kosten für die diversen Gesundheitstests der Elterntiere nicht zahlen wollen. HD, ED, PL, HCM, PKD, SMA, PK? FIV, FeLV, mit Einschränkung auch FIP? Das sind nicht nur lustige Buchstabenaneinanderreihungen. Das sind Erkrankungen, auf die man testen kann. Und sollte. Weil es das Mindeste ist. Weil es für einen guten Züchter selbstverständlich ist.

Wer diese (negativen!) Testergebnisse nicht vorzuweisen hat, sollte vom Verpaaren seiner Katzen absehen. Und von dem sollte niemand Katzen kaufen. Weil diese »wir machen einfach mal ein paar süße Katzenbabys«-Mentalität kranke Tiere auf diese Welt bringt. Und über kurz oder lang die Gesundheit ganzer Rassen zerstört.

5. Maine Coon mit sechs Zehen? Was ist das?

Ein Mutant? Ja, schon. Polydaktylie – die Vielzehigkeit – ist eine Mutation, die sich schon in der Natur vereinzelt bei den Maine Coons durchgesetzt hat. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass die zusätzlichen Zehen die Schneeschuhartigkeit der Puschelpfoten der Tiere noch verstärkt hat. Nach Rassestandard ist die Mutation in der Maine Coon-Zucht allerdings nicht zugelassen, weswegen du polydaktyle Tiere in professionellen Zuchten nicht finden wirst.

6. Sind Maine Coons geeignet für Anfänger?

Erste Katze – und gleich eine Maine Coon. Kann das funktionieren?

Für mich gibt es weder Anfängerkatzen noch Anfängerhunde – es gibt nur Menschen, die sich voll auf ein Tier einlassen und lernen wollen, seine Bedürfnisse zu erfüllen, und es gibt solche, die besser mit einem Steifftier bedient wären.

Maine Coons stellen im Kern dieselben Anforderungen an ihren Halter wie Nicht-Rassekatzen. Lediglich in der Ausstattung musst du auf ihre Körpergröße Rücksicht nehmen. Die Fellpflege nimmt mehr Zeit in Anspruch als bei Kurzhaarkatzen. Und Maine Coons brauchen genug Auslastung. Die Katzen sind extrem intelligent und kriegen schnell raus, wie sie dich in den Wahnsinn treiben können, wenn sie finden, dass du dich nicht genug kümmerst.

Wenn du dich vor der Anschaffung informierst und bereit bist, auf deinen neuen Fellkumpel einzugehen, dann kannst du auch als Katzenanfänger eine Maine Coon (oder besser zwei) halten.

7. Sind Maine Coons anhänglich?

Maine Coons sind keine Schoßkatzen im klassischen Sinn. Normalerweise hocken die Fellbomben nicht ununterbrochen auf ihrem Menschen. Sehr wohl suchen sie aber stets seine Nähe!

Rassestandard hin oder her, natürlich bleibt jede Katze – auch jede Maine Coon – ein Individuum. Manche sind distanzierter und unabhängiger als andere. Die Coons, die ich im Laufe meiner 28 Lebensjahre um mich hatte, waren allerdings alle durch und durch menschenbezogen.

Auch mein Trio ist immer um ich herum, wenn ich zu Hause bin. Tatsächlich kommt auch jeder der Drei mindestens einmal täglich zum Kuscheln vorbei und macht es sich dann auf meinem Schoß gemütlich. Wenn ich aufstehe, flitzen sie mir um die Beine und begleiten mich durch die Wohnung. Meistens unter lautstarkem Gurren und Trillern. Spreche ich mit ihnen, bekomme ich eine Antwort. Indio schläft nachts gern in meinen Armen, Budd ratzt derweil eingerollt in meinen Klamotten, direkt vor meinem Bett. Wenn er wach wird, apportiert er mir Spielzeuge.

Auch wenn die Tiere nicht konstant mit ihrem Zweibeiner auf dem Sofa hocken: Mit Maine Coons ist man niemals allein. Ähnlich Hunden gehen die Katzen mit ihrem Herzmenschen durch dick und dünn.

Budd
Budd: Professioneller Spielzeugapportierer.

8. Maine Coons bei Allergie?

Manche Katzen produzieren geringere Level bestimmter Proteine, auf die Menschen allergisch reagieren können. Als Hauptallergen gilt das Fel d 1, das in Speichel-, Talg- und Analdrüsen von Katzen gebildet und über Putzen (und anschließendes Abwerfen von Fell) großzügig weiterverteilt wird.

Einerseits existieren angeblich Katzenrassen, die tendenziell weniger Fel d 1 absondern (Beispiele wären Sibirier und Balinesen, wobei die Ergebnisse leider nicht ganz eindeutig wirken). Andererseits bestehen auch innerhalb einer Rasse gemeinhin starke Unterschiede in der Allergenproduktion. Leider gelten Maine Coons nicht generell als Fel d 1-arme Rasse. Somit sind die Coons nicht als allgemein allergikerfreundlich zu bewerten. Aber: Nicht jedes Tier wirkt in gleichem Ausmaß allergieauslösend. Je nach Schwere der Allergie ist es also sinnvoll, zu testen, ob sich beim Zusammensein mit einer bestimmten Katze Symptome zeigen.

Allergiker-Freundinnen von mir reagieren auf die Anwesenheit meiner Fellbomber leider durchaus mit Schniefattacken und Augentränen.

9. Wie lange wachsen Maine Coons?

Maine Coons sind Spätentwickler und erst mit drei bis vier Jahren ausgewachsen. Bis zum ersten Geburtstag geht das Wachstum noch sehr fix voran. Dann flacht die Kurve erst einmal ab. Auch in den folgenden zwei bis drei Jahren gibt es aber immer wieder kleine Wachstumsschübe und auch die Proportionen und das Fellkleid ändern sich noch.

Anschauungsmaterial: Die Entwicklung von Kater Buddy bis zum Alter von 2 Jahren habe ich in diesem Artikel gezeigt.

10. Wie schwer werden Maine Coons?

Das ist nicht nur vom Geschlecht abhängig, sondern auch von den Linien deines Coonies. Kater werden größer und wuchtiger als die Ladys. Es gibt aber auch männliche Maine Coons, die eher Fliegengewichte bleiben und nie schwerer als sieben Kilo werden – während die eine oder andere Coonie-Dame schon mal 8 Kilo auf die Waage bringt. Ein Blick auf die Elterntiere verrät hier schon einiges über das Wachstumspotenzial deines Kätzchens.

Je nach Typ kann ein Maine Coon Kater mehr als 10 Kilo wiegen, ohne dabei übergewichtig zu sein. Bei aller Faszination für die Größe sollte man seine Fellfreunde aber niemals nach Gewicht einkaufen. Auch stumpfes Überfüttern ist Blödsinn. Mehr Größe und Gewicht bergen schließlich auch mehr Gesundheitsrisiken! Die Belastung für Knochen und Gelenke bei jeder Bewegung ist höher. Powerpaketen wie den Maine Coons verhagelt eine Arthrose verdammt viel Lebensqualität.

Also: Wenn dein Coonie eher klein bleibt – sei’s drum. Hauptsache, er ist happy!

11. Wann sollte man Maine Coons kastrieren?

Früher vertrat man die Ansicht, dass Katzen und Kater vor der Kastration erst geschlechtsreif werden sollten. Dass frühere Kastrationen die Entwicklung beeinträchtigen, gilt heutzutage aber als widerlegt. Gerade Kätzinnen kann man durch frühzeitige Kastration den immensen Stress der Rolligkeit ersparen. Damit tut man der Gesundheit des Tieres sogar einen Gefallen!

Wann die Tiere geschlechtsreif werden, ist kaum vorauszusagen. Bei frühen Kandidaten kann’s schon mit 4 Monaten losgehen, andere lassen sich Zeit bis sie 9 Monate alt sind. Typischerweise wird zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat kastriert – es sind aber auch Frühkastrationen im Alter zwischen 6 und 14 Lebenswochen möglich. In jedem Fall sollte man mit der Kastration gerade bei Kätzinnen nicht zu lange warten.

Und: Ja, eine Kastration ist Pflicht. Egal ob Männlein oder Weiblein. Egal ob Freigang oder Wohnungshaltung. Das sichert nicht nur ein entspannteres Zusammenleben – es erspart den Tieren auch das ständige Hormonchaos und steigert so die Lebensqualität.

12. Kann man Maine Coons in der Wohnung halten?

Maine Coons mögen wild und ursprünglich wirken – aber man kann sie durchaus als Wohnungskatzen halten. Je nach Umgebung und Naturell der Katze ist eine Wohnungshaltung oftmals die sicherere Wahl verglichen mit ungesichertem Freigang. Wer auf ausreichend Beschäftigung achtet und seine Wohnung katzengerecht einrichtet, ist ganz sicher kein Tierquäler, wenn er seiner Katze ein Ende als roadkill erspart.

Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, Balkon oder Terrasse einzuzäunen. Oder man bietet gesicherten Freigang, indem man seinen Coonie an die Leine gewöhnt.

13. Maine Coon alleine halten – geht das?

Katzen sind allgemein keine Einzelgänger – und gerade Maine Coons sind extrem gesellig. Nicht nur, dass sie oftmals auch artfremde Tiere wie Hunde gern an ihrer Seite akzeptieren: Sie stehen ebenfalls auf Katzenkollegen. Ein Coonie, der trillernd mit einem anderen Coonie kommuniziert, ist dabei ein wahres Bild für die Götter. Mehrstimmige Gurrkonzerte und balgende Fellkugeln sind hier an der Tagesordnung. Und ich wollte keine Sekunde davon missen.

Gönn deiner Katze also bitte einen Kumpel. Lass dir Zeit bei der Partnersuche und brich auch die Vergesellschaftung nicht übers Knie. Pass die feline Gesellschaft ans Naturell deines Tieres an. Aber schau, dass dein Tiger nicht alleine bleiben muss. Maine Coons sind ungern einsam.

14. Wie viel fressen Maine Coons?

Das ist stark typabhängig – und wird natürlich auch vom Futter beeinflusst, das gegeben wird. So braucht Miez von minderwertigem Katzenfutter aus dem Supermarkt mehr als von hochwertigen Futtersorten.

In jedem Fall sollte auf Trockenfutter in der Katzenernährung weitestgehend verzichtet werden. Als Wüstentiere nehmen Katzen Flüssigkeit vornehmlich über Beutetiere auf und sind nicht darauf gepolt, viel zu trinken. Trockenfutter als Hauptnahrungsmittel schadet somit über kurz oder lang wegen des dadurch verursachten Flüssigkeitsmangels den Nieren.

Gerade in der Entwicklung fressen viele Maine Coons wie Scheunendrescher. Im ersten Jahr sollte Miez dabei auch nicht gebremst werden: Hat dein Jungspund Hunger, lass ihn fressen! Da können an einem Tag durchaus mal 800 Gramm Nassfutter im Tier verschwinden. Die Miezen werden nun einmal groß.

Für erwachsene Tiere lässt sich der Bedarf relativ gut über Fütterungsempfehlungen errechnen. Leider geben Futterhersteller diese Empfehlungen zumeist nur für Tiere bis zu 4 Kilo Körpergewicht an. Es gibt aber Rechner im Internet die anhand von Gewicht und Ernährungszustand deines Tieres und den Energiewerten deines Futters einen Grammwert ausspucken, den Miez typischerweise zu sich nehmen sollte.

Kleines Beispiel: Kater Buddy mit 8,5 Kilo müsste am Tag etwa 440 Gramm Catz Finefood »Lachs und Geflügel«* mampfen, um sein Gewicht zu halten. Beim Boss mit 10 Kilo sind es 480 Gramm. Dazu sei gesagt: Catz Finefood stellt sehr hochwertiges Nassfutter her! Von minderwertigem Futter bräuchten die Jungs mehr.

Indio
Indio: Panther mit Fell-Overdose

15. Brauchen Maine Coons spezielles Zubehör?

Maine Coons in Aktion erinnern zeitweise an Abrissbirnen auf Beinen. Handelsübliche Kratzbäume und sonstiges nicht standfestes Katzenzubehör ist für die Tiere entsprechend ungeeignet. Auch mit zu kleinen Katzenklos tut man den Miezen keinen Gefallen.

Spezielles Futter benötigen Maine Coons nicht – wegen ihrer Größe brauchen sie lediglich mehr davon.

Bei der Fellpflege bewähren sich Helferlein wie Entfilzungsmesser* oder der Furminator*.

16. Maine Coons bürsten – wie oft? Womit?

Maine Coons brauchen gerade beim Fellwechsel regelmäßig Unterstützung bei der Pflege. Durch das Ausbürsten loser Haare reduzierst du nicht nur die Mengen an Plüsch, die in der Wohnung landen: Du sorgst auch dafür, dass Miez nicht ganz so viele Haare schluckt, wodurch sie tendenziell weniger Schwierigkeiten mit widerspenstigen Bezoaren bekommt (Stichwort: Verstopfung).

Im Fellwechsel lohnt sich durchaus tägliches Bürsten. Ansonsten genügt zumeist eine Pflegesession einmal die Woche. Hilfreich sind neben normalen Bürsten* sogenannte Entfilzungsmesser* und ein Furminator*. Damit kann man Verfilzungen auf die Pelle rücken und dünnt das Haarkleid aus.


* Bei so gekennzeichneten Links handelt es sich um Partnerlinks. Wenn du über diesen Link etwas bei dem Händler kaufst, erhalten die Fellgiganten eine kleine Provision – natürlich ohne, dass dir Mehrkosten entstehen. Wir empfehlen selbstverständlich nur Produkte, von denen wir überzeugt sind! Sieh’s als Möglichkeit, uns ein kleines Dankeschön für unsere Mühen zukommen zu lassen. Vielen Dank!

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere