10 Katzenmythen und die Wahrheiten dahinter

Katzenmythen

Katzen sind geheimnisvolle Geschöpfe und versetzen uns dosenöffnende Zweibeiner fast täglich  mit ihrem wunderlichen Verhalten in Staunen. Und damit meine ich nicht bloß zielgenaues Erbrechen auf Teppichböden oder nächtliches Platzieren vom Plüschpo im Menschengesicht. Unsere vierbeinigen Kumpels offenbaren ein besonderes Gespür für uns und unsere Launen, zeigen ein beeindruckendes Maß an sozialer und emotionaler Intelligenz, von der wir Zweibeiner uns durchaus eine Scheibe abschneiden könnten und sind obendrein so geschickte Stalker und Jäger, dass man sie am besten als Ninjas im Pelzmantel beschreiben könnte.

Allerdings kursieren über das Wunderwerk Katze diverse Fehlannahmen und Trugschlüsse. Das sorgt für Missverständnisse – und manche davon resultieren in unnötigen Haltungsfehlern, die das Zusammenleben von Miez und Mensch nachhaltig beeinträchtigen. Deswegen nehmen wir in diesem Artikel 10 populäre Katzenmythen aufs Korn und räumen mit berühmten Unwahrheiten auf!

1. Katzen kann man nichts beibringen.

Falsch. Katzen sind intelligente Tiere und lassen sich hervorragend konditionieren. Der einzige Unterschied zum Hund liegt darin, dass für viele Hunde die menschliche Aufmerksamkeit allein schon Belohnung genug ist – eine Katze erwartet etwas mehr Gegenleistung von uns und lässt sich bedeutend besser durch Futter motivieren. Besonders mit Clicker-Training* kann man Katzen relativ easy jede Menge hilfreiche Tricks und Verhaltensweisen beibringen – vom niedlichen High Five bis zum entspannten Einsteigen in die Transportbox!

Unsere Miezen sind entgegen ihrem Ruf auch nicht unbedingt schwer erziehbar: Man kann durchaus völlig gewaltfrei (!) Verbote durchsetzen und unerwünschtes Verhalten des Vierpfötlers reduzieren – man muss sich lediglich in sein Tier hineinversetzen und katzen-verständlich mit ihm kommunizieren. Bedingt durch ihre hohe Intelligenz sind viele Katzen jedoch tatsächlich gut darin, ihren Menschen zu trainieren, anstatt sich von ihm trainieren zu lassen…

2. Katzen landen immer auf den Pfoten.

Nicht immer. Zwar verfügen unsere Miezen über den sogenannten Stellreflex, dank dem sie sich bei Stürzen sehr schnell in der Luft in Fallrichtung drehen können. Das funktioniert aber erstens nicht immer (bei zu niedrigen Höhen reicht die Zeit für die Drehung nämlich nicht aus) und beugt zweitens nicht unbedingt Verletzungen vor. Je nach Höhe und Schwere des Aufpralls kann eine Katze zwar auf den Pfoten landen, sich aber trotzdem Knochenbrüche und andere gefährliche Verletzungen zuziehen.

So ninja-artig unsere Katzen also auch unterwegs sein mögen: Sie sind leider, leider nicht unzerstörbar. Wir Menschen stehen entsprechend immer in der Pflicht, Fenster und Balkone so zu sichern, dass unsere Vierbeiner nicht in die Tiefe stürzen können!

3. Katzen sind Einzelgänger.

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»Nicht ohne meinen Bro!« Indy und Buddy – meistens BFFs.

Die wenigsten! Wilde Katzen jagen allein und können ohne Artgenossen überleben, ja. Sehr viele Katzen haben aber einen Hang zur Geselligkeit: Gerade unsere weitestgehend domestizierten Vertreter sind häufig in Gruppen von mehreren Miezen aufgewachsen und haben das Zusammenleben mit anderen Fellkugeln schätzen gelernt. Eine solche Katze allein in der Wohnung zu halten ist dann keinesfalls artgerecht! Besonders Wohnungskatzen sind in den meisten Fällen lieber mindestens zu zweit. Wenn der Zweibeiner Brötchen und Mäuse verdient, wird dem Stubentiger in Isolationshaft schnell langweilig und er vereinsamt.

4. Katzen lieben ihre Menschen nicht.

Unsinn. Natürlich zeigen Hunde ein anderes Sozialverhalten. Sie sind immerhin seit Jahrhunderten darauf gezüchtet, eng mit uns Menschen zusammenzuleben und zu kooperieren. Katzen sind dagegen deutlich unabhängiger, jagen allein und sind Fremden gegenüber häufig vorsichtig bis misstrauisch.

Dennoch sind Katzen in der Lage, enge Bindungen zu ihren Menschen (ebenso wie zu anderen Tieren) einzugehen. Wenn eine Katze dich liebt, zeigt sie das auch: Sie sucht deine Nähe, will schmusen, spielen, Zeit mit dir verbringen, sie folgt dir auf Schritt und Tritt und trauert, wenn sie dich länger nicht sehen kann.

Katzen sind auch keine kaltherzigen Egoisten. Einige Miezen sind sogar so große Menschenfreunde, dass sie beispielsweise Menschen in Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern als Therapietiere Gesellschaft leisten und ihnen Zuwendung schenken!

5. Katzen sind pflegeleicht und brauchen keine Zuwendung.

Falsch. Erstens vereinsamen Katzen so wie alle anderen sozialen Lebewesen, wenn sich niemand mit ihnen beschäftigt. Zweitens brauchen gerade Wohnungskatzen Auslastung und Spielsessions, um nicht die Wände hochzugehen. Um ihnen das zu geben, reicht es nicht, ihnen eine Fellmaus vor die Pfoten zu legen: Du musst mitspielen und deinen Tiger in Wallungen bringen!

Darüber hinaus können Katzen bis zu zwanzig Jahre alt werden. Die Adoption eines Sofalöwen ist entsprechend mit großer Verantwortung verbunden, denn dein Vierbeiner muss über eine lange Zeit ernährt, bespaßt, gepflegt und medizinisch versorgt werden.

6. Schwangere sollten keine Katzen halten.

Stimmt nicht. Hauptgrund für diese Annahme ist die Gefahr der Toxoplasmose, einer von Tieren auf Menschen übertragbaren Infektion, die bei Schwangeren auf das ungeborene Kind übergehen und dieses schädigen kann. Infizierte Tiere scheiden den verursachenden Parasiten mit dem Kot aus, sodass eine Ansteckung beispielsweise beim Reinigen der Katzentoilette möglich ist.

Umgehen lässt sich dieses Risiko, indem jemand anderes während der Schwangerschaft die Katzenklos säubert oder aber die Frau mit Baby an Bord bei der Reinigung Handschuhe trägt. Wohnungskatzen, die mit handelsüblichem Katzenfutter ernährt werden, sind dabei ohnehin nur selten mit den Parasiten infiziert. Deutlich größer ist die Gefahr einer Ansteckung mit Toxoplasmose, wenn man nicht ausreichend gegartes Fleisch oder ungewaschenes Obst oder Gemüse verzehrt. Wer schwanger wird, muss also keinesfalls seine Katze abgeben!

7. Wenn Katzen schnurren, sind sie glücklich.

Katzenmythen
»Da ist die Paaarty!« Ein sehr glücklicher Buddy. 

Nicht unbedingt. Zwar schnurren sehr viele Katzen, wenn sie sich wohl fühlen und gerade ihren Lieblingszweibeiner mit dem Milchtritt bearbeiten. Das ist aber nicht die einzige Gelegenheit, zu der unsere Miezen den Motor anwerfen.

Das Schnurren kann vom Vierbeiner auch genutzt werden, um sich selbst zu beruhigen. Deswegen schnurren manche Katzen auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt. Sie sind dann nicht etwa schwer begeistert vom Onkel Doktor oder seinem Fieberthermometer, sondern stehen schlichtweg enorm unter Stress. Auch kranke Katzen oder solche, die kurz vor ihrem Ableben stehen, kann man teilweise beobachten, wie sie leise in sich hineinschnurren. Das hat leider überhaupt nichts mit Wohlbefinden zu tun und sollte nicht fehlinterpretiert werden!

8. Katzen sehen im Dunkeln.

Nicht wirklich. Katzen können in der Dämmerung etwa sechsmal besser sehen als wir Menschen, das ist wahr: Das Katzenauge kann bei voller Pupillenweitung viel mehr Licht aufnehmen als das Menschenauge. Hinzu kommen eine Art reflektierende Zellschicht hinter der Netzhaut, die einfallendes Licht spiegelt und die Sehschärfe erhöht, und eine hohe Zahl an Stäbchen-Zellen in der Retina, die für das Hell-Dunkel-Sehen nötig sind. Somit sehen Katzen zwar weniger Farbnuancen als wir, können im Halbdunkel aber immer noch problemlos kleine Beutetiere ausmachen und auf die Jagd gehen.

Bei völliger Finsternis sehen jedoch auch unsere Miezen nichts. Anders als wir Zweibeiner können Katzen sich allerdings hervorragend durch Gehör und Tastsinn orientieren. Für letzteres besitzen sie eine Vielzahl von Tasthaaren: Neben den Schnurrhaaren an der Schnauze sind das auch die langen Haare über den Augen und an den Vorderläufen. Das ermöglicht den Tieren ein Zurechtkommen selbst in tiefster Dunkelheit.

9. Katzen hassen Wasser.

Nicht alle! Je nach Fellbeschaffenheit trocknet der Pelzmantel einer Katze langsamer oder schneller. Nasses Fell ist schwer und bremst die sonst so agilen Tiere damit aus – und gerade bei kalten Temperaturen lassen Nässe und Feuchtigkeit die Katze schnell auskühlen. Es gibt also durchaus gute Gründe dafür, dass viele Miezen Wasser meiden.

Katzenrassen wie die Maine Coon sind aber durchaus wasseraffin und planschen gern mit den Pfoten in Pfützen, Schüsseln oder der Badewanne herum. Ihr Fell ist auf das Leben in kalten Temperaturen ausgelegt und trocknet gerade bei oberflächlicher Konfrontation mit Nässe sehr schnell. Es gibt auch Katzen, die überhaupt kein Problem damit haben, eine Runde schwimmen zu gehen. Wie so oft lassen sich hier also nicht alle über einen Kamm scheren!

10. Katzen pinkeln aus Protest.

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»Protest? Wozu? Du machst doch eh, was ich will.«

Falsch. Die Mär vom Protestpinkeln bei Katzen hält sich zwar wacker, tut den Tieren aber Unrecht und resultiert aus Vermenschlichung und Missverständnissen.

Der wohl häufigste Grund, warum Katzen in die Wohnung pinkeln, anstatt ihr Katzenklo zu benutzen, sind Harnwegsinfektionen oder Blasensteine. Diese sind extrem schmerzhaft und können unter Umständen dafür sorgen, dass Katzen ihre Toilette negativ verknüpfen: »Wenn ich da reingehe, tut’s weh, das lass ich lieber.« Häufig wird dann auf den kuschligen Teppichboden oder gar das Katzenbettchen ausgewichen.

Andere typische Gründe sind schlechtes Toilettenmanagement, falsches Katzenstreu oder Stress. Macht deine Katze also in die Wohnung, dann denk bitte nicht, dass sie das tut, um dich zu ärgern! Häufig stecken medizinische Ursachen dahinter – und wenn das nicht der Fall ist, machst du womöglich Fehler beim Katzenklo oder deine Miez fühlt sich aus anderen Gründen unwohl.


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