Hexbug als Katzenspielzeug: Der Nano im Fellgigantentest

Hexbug als Katzenspielzeug

Ein bisschen vermisse ich ja die Kindertage, in denen ich mit großen Kulleraugen vorm Lego-Regal im Supermarkt klebte. Konstruieren, bauen, Unsinn anstellen. Für mich gibt’s heute glücklicherweise Minecraft, aber ab und an wünsche ich mir einen kleinen Patensohn, mit dem ich die Wunder der heutigen Spielzeugindustrie abchecken könnte.

Lego bauen kann ich mit meinen Katern nicht. Das heißt, ich könnte natürlich. Ich müsste nur regelmäßig fehlende Steine aus Katzenkörben oder dem Beute-Depot unterm Wohnzimmersessel hervorholen. Weil mir das zu mühsam ist, habe ich anlässlich des Geburtstages vom Buddynator letztens mal die Fühler in Richtung elektronisches Spielzeug ausgestreckt… Und bin auf Hexbugs gestoßen. Kleine Roboter-Tierchen, zumeist in Insektenform, mit oder ohne Fernsteuerung. Bekannt wurden die Viecher hierzulande vornehmlich durch das Brettspiel Kakerlakak* von Ravensbuger: Dabei muss ein schabenförmiger Mini-Roboter eingefangen werden, der kreuz und quer übers Spielfeld wuselt. Kannte ich nur vom Hörensagen aus Zeiten, als ich noch mit Kids jeden Alters in einer Praxis gearbeitet habe. Diese Robo-Kakerlaken schimpfen sich Hexbug Nano* und sind für ein paar Euronen einzeln zu erwerben. Fand ich spannend. Also durften die Fellgiganten mal wieder als Test-Subjekte herhalten…  

Der Hexbug Nano

Die Fellgiganten und der Hexbug Nano
Das erste Aufeinandertreffen: »Zweifuß? Wir vermelden ein unbekanntes Brumm-Objekt!«

Mit Maßen von 4 x 1,5 cm sind die Hexbug Nanos* tatsächlich schnuckelig klein. Paranoid wie ich bin, hatte ich deswegen zuerst Sorge, die Fellmonster könnten so ein Ding zerbeißen und verschlucken. Die Nanos bestehen allerdings nur aus zwei fest verbundenen Teilen: Der bei uns grüne Korpus beherbergt die Elektronik samt LR44-Batterie; darauf befindet sich eine schwarze Rückenplatte aus Gummi mit den jeweils sechs beweglichen Beinen an beiden Seiten. Auf den langen Gummi-Beinchen vibriert die Robo-Kakerlake in Kreisen über den Fußboden. Es gibt die Nanos in den unterschiedlichsten Farb-Kombis. Bestellt man einen online, kann man sich die Farbe gewöhnlich nicht aussuchen. Praktischerweise ist die Optik den Katzen aber auch herzlich egal.

Indio klemmt sich den Nano durchaus gelegentlich zwischen die Zähne. Abgesehen davon, dass Zunge und Beißer so eine dezente Vibrationsmassage bekommen, passiert dabei nichts. Wenn ich den Jungs das Teil zum Spielen gebe, habe ich zwar grob ein Auge drauf, meine Sicherheitsbedenken halten sich aber eher in Grenzen.

Indio mit Hexbug Nano
Killer Croc traut sich. »Komm her, du…!«

Der Nano in Betrieb

Eingeschaltet wird das Robotertierchen mit einem einfachen Schalter auf der Bauchseite. Das aktiviert die Vibration. Sobald es festen (und glatten) Boden unter den beweglichen Gummibeinen hat, zockelt es dann los und zieht bei freier Bahn seine Runden. Stößt es an, weil Teppichkanten, Katzenspielzeug oder Katerpranken im Weg sind, manövriert es sich erfolgreich um diese herum, bis es wieder ungestört im Kreis laufen kann.

Das funktioniert prima: Solange der Nano sich nicht in Indios ausladendem Puschelschwanz verheddert oder unter einem Katzenbett festklemmt, bleibt er auch in Bewegung. (Tatsächlich kann man ihn sogar als Putzkraft unter Sesseln und Sofas einsetzen. Wenn er darunter umherwuselt, kommt er nämlich früher oder später mit den Wollmäusen der letzte Woche beladen wieder zum Vorschein. Ich hab’s getestet! Eher versehentlich, aber hey.)

Wir haben hier relativ viele Teppiche und es liegt wirklich verdammt viel Katzenzeug auf dem Boden verstreut – der Hexbug bahnt sich insgesamt aber wirklich sehr zielsicher seinen Weg und ruckelt einfach so lange an den Kanten entlang, bis wieder Platz ist. Auf dem Laminat ist das Ding der Hammer. Auf Fliesen bleibt er gelegentlich in tieferen Fugen hängen und bewegt sich dann eben in geraden Linien, das stört die Kater aber wenig. Irgendwann kloppen sie sowieso drauf: Dann ist der Nano wieder frei.

Indio mit Hexbug Nano
»Hab ich dich!« Indio hält die Beute für erlegt… Zu früh gefreut.

Was die Hexbug Nanos ebenfalls auszeichnet: Wirft Miez sie auf den Rücken, klackern sie zwar kurzzeitig geräuschvoll über den Fußboden, früher oder später kommen sie allerdings wieder auf die Beine. Ohne, dass Mensch sie umdrehen müsste. Die Rückenseite ist nicht flach, sondern spitz zulaufend, sodass die Kakerlake automatisch in die Seitenlage kippt. Es kann zwar einige Sekunden dauern, aber irgendwann befördern die Vibrationen sie wieder zurück auf die Füße. Das macht das Robotertier zum Katzenspielzeug mit Langzeitmotivation… Und erinnert tatsächlich stark an echte Insekten.

Als Vogelspinnenhalterin passiert es mir schon mal, dass die eine oder andere Steppengrille entfleucht und von den Coons gestellt wird. Gemein wie die Kater sind, fressen sie die sechsbeinigen Flüchtlinge nicht einfach auf, sondern spielen in Endlosschleife die kätzische Version von Hau den Lukas mit ihnen. Grillen können verdammt viel einstecken. Wenn ich die tierische Version von Prison Break in der Bude nicht schnell genug bemerke, sind die Fellmonster so leider auch schon mal eine ganze Weile in Aktion. Da ist mir der Hexbug Nano doch bedeutend lieber – bei allen Unterschieden zwischen den neurologischen Betriebssystemen von Wirbeltieren und Wirbellosen weiß ich beim Hexbug zumindest ganz sicher, dass er wirklich nichts spürt.

Buddy in Aktion
»Ey! Sitz! Platz! Bleib!« Nano auf der Flucht. 

Wie reagieren die Katzen?

Eine weitere Befürchtung meinerseits war, dass der Nano so laut vibriert, dass die Kater dezent das Weite suchen. Nun habe ich mit Domingo und Indio zwei ziemliche Draufgänger in der Bude, aber der Buddynator ist seines Zeichens Teilzeit-Memme… Und wenn einer rennt, dann rennt zumindest Indy erst einmal hinterher. Man wiegt ja auch nur 8 Kilo und ist ganz klein und verletzlich!

Ich habe ihnen ihr Roboterinsekt deswegen zunächst im ausgeschalteten Zustand unter die Nase gehalten. Dann ließ ich das Teil in meiner Hand brummen. Und dann setzte ich es neben mir auf den Fußboden. Das Trio stand zwar anfänglich mit untertassengroßen Kulleraugen vor dem unbekannten Brummer, aber: Das Interesse war bei weitem zu groß als dass jemand die Flucht ergriffen hätte. (Zumal ich das Teil ja testen wollte und katzenartig darauf einpiekste. Was zugegebenermaßen sicher ziemlich bescheuert aussah.)

Am ersten Tag waren die Jungs noch vorsichtig und übten sich mehr im Beobachten und Lauern. Buddy und Indy zeigten sich hier noch leicht pikiert, wenn das vibrierende Dingsbums ihre Wampen rammte oder mit den Pranken kollidierte. Solange der Nano lief, klebten sie aber in der unmittelbaren Nähe und behielten ihn im Blick.

Seit der zweiten Session mit der Kakerlake präsentieren die Jungs von Belauern, Popowackeln und Draufspringen über ausdauerndes Bepföteln bis hin zum Hochwerfen des Nanos mit beiden Vorderpfoten alles an Spiel- und Jagdverhalten, was sie zu bieten haben. Teilweise fetzen sie auch einfach mit dem Ding im Kreis. Oder prügeln sich drum. Oder legen sich platt auf den Fußboden und fixieren es mit vermeintlichen Laser-Blicken. (Damit tun sie tatsächlich all das, was sie auch mit meinen armen entlaufenen Steppengrillen machen.)

Budd mit Hexbug Nano
»Yeeeehaaaaa!« Kakerlakenschreck Buddy waltet seines Amtes.

Spielspaß vorhanden? Jep.

Nachdem ich nun bereits einmal die Batterie* gewechselt habe und die Jungs wirklich viele Stunden mit dem Hexbug Nano zugebracht haben, kann ich sagen: Das Ding wird ihnen ums Verrecken nicht langweilig. Und: Man kann das Teil auch immer wieder noch spannender machen.

Leichte, dünne Fleecedecken* eigenen sich zum Beispiel hervorragend, um sie über den Kreise ziehenden Nano drüberzuwerfen. Katzen gehen bekanntermaßen auf alles ab, was sich unter Decken bewegt – seien es jetzt Spielzeugkakerlaken oder Menschenfüße. Sieh zu, dass das Deckchen locker aufliegt und schön Falten wirft. Dann stößt der Nano stellenweise immer wieder am Stoff an und lenkt um, bleibt aber in Bewegung… Und spätestens wenn er dann plötzlich mal unter der Decke hervorgewuselt kommt, kann ich sicher sein, dass mindestens zwei Kater gleichzeitig loshechten und im Sprung mit den Schädeln kollidieren.

Auch eine nette Variation: Indio apportiert mir den Nano gelegentlich, woraufhin ich ihn gewöhnlich quer durchs Zimmer werfe (den Nano, nicht Indy). Gestern landete er dabei zielsicher im Fummelbrett Savic Quiz*, das ich in diesem Artikel vorgestellt habe. Ich wollte gerade aufstehen, um ihn herauszufischen – da hatten sich schon drei höchst faszinierte Kater um das Board herum aufgebaut und popelten so lange darin herum, bis der Hexbug auf dem Außenrand seine Runden lief. Die Zwerge pieksten ihn daraufhin wieder in die Mitte des Fummelbretts und starteten das Spiel von vorn. Hatte ich so nicht erwartet. Sah aber nach einem Heidenspaß aus!

Fazit

Eignet sich ein Hexbug als Katzenspielzeug? Fellgiganten-Meinung: So was von! Der Hexbug Nano* ist nun sicherlich nicht das einzige Beschäftigungsmittel, das ich den Jungs zur Verfügung stelle (ein bisschen will ich dann doch auch selbst noch mit ihnen durch die Bude fetzen). Aber die paar Euronen für Robotertier und Ersatzbatterien haben sich bei uns schon jetzt absolut ausgezahlt.

Es gibt auch ein spezielles Katzenspielzeug aus dem Hause Hexbug*, das wir noch nicht getestet haben. Die Schwierigkeit hierbei sehe ich ähnlich wie bei den Roboter-Käfern* von Zooplus darin, dass die Spielis mehr auf Deko für Menschenaugen getrimmt sind. Die Mäuse- und Käferkörper sind sicherlich schnuckelig, dürften aber Funktionen wie das eigenständige Umdrehen, wenn Miez zugeschlagen hat, erschweren. Der Katze ist es herzlich egal, ob die Beute nach Maus, buntem Käfer oder futuristischer Roboter-Kakerlake aussieht. Deswegen gebe ich den primitiveren Hexbug Nanos* klar den Vorzug.

Nur eine kleine Warnung zum Schluss: Die Dinger sind klein. Wenn die Batterie schlapp macht, nachdem dein Vierbeiner die Beute ins wohnzimmereigene Bermuda-Dreieck befördert hat, wirst du viel Spaß beim Suchen haben. Ohne das verräterische Brummen tue ich mich auch ganz schön schwer, unsere Schabe aufzugabeln… Ein bisschen fühlt sich das dann doch wieder nach verloren gegangenen Lego-Steinen an. Aber so bleibt zumindest auch der Mensch in Bewegung!


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