Fix-BARF für Katzen im Fellgigantentest

Fix-BARF für Katzen im Fellgigantentest

Vor ein paar Monaten erschien hier bereits ein Test von Fertig-BARF für Katzen: Coole Idee, in der Umsetzung jedoch noch weit entfernt von einer ernstzunehmenden BARF-Alternative. Die Fellgiganten fanden’s zwar ganz lecker, als Zweibeiner war ich von der Rezeptur aber nicht recht überzeugt und konnte das Ganze nicht als Alleinfutter empfehlen.

Etwa zur selben Zeit ließ ich meine Jungs noch auf die Frischfleisch-Menüs eines anderen Herstellers los: Das Fix-BARF der K&K Petfood GmbH soll Katzenhaltern ebenfalls die Chance geben, ohne Rechenkoller bedarfsgerecht roh zu füttern. Uns wurde freundlicherweise ein großzügiges Testpaket zugesandt, um die Fix-BARF-Menüs ausgiebig abzuchecken – und auch wenn’s ein bisschen gedauert hat: Hier ist unser Fazit!

Fix-BARF: Die Deklaration

Es gibt mittlerweile eine Fülle verschiedener Fix-BARF-Menüs: Neben solchen aus der Kategorie basic, aus der wir vier Sorten testen durften, existieren auch schon Spezialrezepturen für schilddrüsen- und nierenkranke Tiere sowie für Allergiker.

Checkt man die Zusammensetzungen, wird schnell deutlich, dass jedes Menü wirklich individuell entwickelt wurde. Je nach Nährwerten der enthaltenen Fleischsorten variieren auch die zugefügten Supplemente. Da landen beispielsweise nicht einfach in jedem Menü Eisen und Vitamin D – sondern nur da, wo’s zur Deckung des Bedarfes noch fehlt. Der Website ist dabei zu entnehmen, woher die Nährwertangaben stammen, mit denen beim Erstellen der Rezeptur gerechnet wurde.

Als Quelle für die angestrebten Bedarfswerte werden Studien der veterinärmedizinischen Universität Zürich genannt – und es wird auf eine Abweichung bezüglich der Jodwerte hingewiesen, die auf neueren Forschungsergebnissen beruht. Ich bin ja wahrlich nicht der vertrauensselige Typ, aber so viel Transparenz ist bei Katzenfutter allgemein nicht selbstverständlich. Tatsächlich ist sogar bekannt, wer genau für die Rezeptentwicklung verantwortlich ist: Die Dame heißt Petra von Quillfeldt und ist Tierheilpraktikerin. Ihre E-Mailadresse zur Kontaktaufnahme findet sich ebenfalls auf der Website. Ganz ehrlich: Allein für die wirklich ausführliche Internetpräsenz gibt’s von uns schon eine Coonie-Pranke nach oben!

Die Sorten

Getestet haben wir die folgenden vier basic-Komplettmenüs, deren Zusammensetzung du auch gleich der Tabelle entnehmen kannst:

Huhn / Rind Geflügel Rind / Pferd Pute / Seelachs
40% Hühnerfleisch
20% Rindernacken
10% Hühnerherzen
10% Hühnermägen
2,5% Rinderleber
5,3% Rinderblut
4% Lachs
2% Hühnerfett
5% Karotten
36,6% Entenfleisch
23,3% Hühnerfleisch
10% Hühnerherzen
10% Hühnermägen
3,3 % Hühnerhals
2,7% Hühnerleber
4% Lachs
2% Hühnerfett
5% Karotten
36,6% Rindernacken
33,3% Pferdefleisch
10% Rinderherz
6,6% Rinderfett
2,7% Rinderleber
2,7% Rinderblut
1,5% Lachs
5% Karotten
30% Putenfleisch ohne Haut
23,3% Putenfleisch mit Haut
16,6% Alaska-Seelachs
10% Putenherz
10 % Putenmagen
0,5% Putenleber
5% Karotten
1,2% Supplemente:
3,1% Supplemente:
1,6% Supplemente:
4,6% Supplemente:
Eierschale, Seealgenmehl, Salz (ohne Jod, ohne Fluorid), Taurin, Dicalciumphosphat, Folsäure, B1, Vitamin E und Lachsöl
Eierschale, Seealgenmehl, Eisen, Salz (ohne Jod, ohne Fluorid), Taurin, Dicalciumphosphat, Magnesium, Folsäure, B1, D3, Vitamin E und Lachsöl
Eierschale, Seealgenmehl, Salz (ohne Jod, ohne Fluorid), Taurin, Dicalciumphosphat, Folsäure, Vitamin B1, Vitamin E und Lachsöl
Eierschale, Salz (ohne Jod, ohne Fluorid), Taurin, Eisen, Folsäure, Vitamin B1, Vitamin E und Lachsöl
Rohprotein: 17 %
Rohfett: 7 %
Rohasche: 2 %
Feuchtegehalt: 74 %
Rohprotein: 16 %
Rohfett: 11 %
Rohasche: 2 %
Feuchtegehalt: 70 %
Rohprotein: 18 %
Rohfett: 5 %
Rohasche: 3 %
Feuchtegehalt: 74 %
Rohprotein: 16 %
Rohfett: 15 %
Rohasche: 2 %
Feuchtegehalt: 67 %
Fix-Barf Deklaration
Ein Blick auf die Zusammensetzung der Sorte Pute / Seelachs

Man sieht auch hier sofort: Beim Fix-BARF bekommt man einen ziemlich guten Einblick, was genau in der Wurst gelandet ist. Da steht nicht einfach nur etwas von 70% Putenfleisch, sondern genaue Prozentangaben, wie viel von welchem Organ verwendet wurde. Das gibt einem als Dosen-, äh, Würstchenöffner die Chance, grob nachzurechnen, wie viel von welchem Nährstoff man seiner Katze gerade vorsetzt. Zwar werden die exakten Anteile der einzelnen Supplemente nicht angegeben, dies wird auf der Website allerdings auch plausibel mit dem Schutz der Rezeptur begründet. Die vollen 100% Transparenz erreicht man eben nur, wenn man selber mixt.

Auf Basis der einsehbaren Angaben sieht die Zusammensetzung aller Menüs stimmig aus. Bei Rind und Pferd ist der Rohfett-Anteil etwas niedrig, allerdings ist es hier wie mit jedem Futter: Man sollte sich in der Fütterung nie auf eine einzelne Sorte versteifen. Wechselt man mit einem fettreicheren Menü ab, sind keine Probleme zu erwarten.

Die Portionierung

Fix-BARF gefroren
Riecht auch in gefrorenem Zustand interessant…

Wir haben die Menüs in Form von 150-Gramm-Würstchen zugeschickt bekommen. Es gibt sie auch doppelt so groß – das lohnt aber nur, wenn die Stubentiger solche Mengen zeitnah verzehren. Die Würste lassen sich allerdings in gefrorenem Zustand mit einem scharfen Messer teilen, sodass das Auftauen kleinerer Mengen prinzipiell durchaus möglich ist. Insgesamt finde ich die Verpackung als BARF-Wurst ganz gelungen und die Teile lassen sich relativ platzsparend im Gefrierschrank stapeln.

Da ich das Fix-BARF in den normalen Speiseplan der Jungs integriert habe, hatte ich es mit der Portionierung leicht. Ich habe ihnen morgens eine 150-Gramm-Wurst aufgetaut, die ich dann nachmittags verfüttert habe. Pseudo-Teil-BARF für Anfänger, sozusagen.

Bei reiner Ernährung mit Fix-BARF gilt eine Tagesration von 150 Gramm als Richtwert für eine vier Kilo schwere Katze. Letztendlich muss man sein Tier beobachten, um die richtige Menge zu finden. Hat es Hunger und nimmt ab, war’s offensichtlich zu wenig. Zu beachten ist in jedem Fall, dass bei der Rohfleischfütterung quantitativ weniger Futter im Tier landet als bei der Dosenfütterung… Unter Umständen muss Miez sich daran erst gewöhnen.

Die Akzeptanz

Wenn sich jemand fragt, warum dieser Artikel doch ziemlich spät kommt – hier ist die Begründung: Die Fellgiganten hielten unseren ersten Ausflug ins BARF für ein großes Versehen meinerseits. Einmal wöchentlich gibt’s hier rohes Putenfleisch. Okay, das kennen sie. Aber das, was da im Napf lag… Da war doch ein Fehler passiert, oder?

War mir eigentlich klar. Denn: Fix-BARF ist nicht einfach nur Fleischpampe. Es gibt die Komplettmenüs tatsächlich auch fein gewolft, aber mich persönlich reizt am BARFen ja gerade das Verfüttern ganzer Fleischstücke. Und die findet man hier. Teilweise sogar in richtig groß. Das ist gut! Dann müssen die Katzen nämlich mal richtig kauen. Das ist super für die Zähne. Und schlichtweg viel natürlicher als die staubsaugerartige Inhalation von irgendeinem zermatschten Paté.

Indio ist skeptisch
Aber Inhalieren macht Spaß… (Dyson 3.0, Modell Indio.)

Das Ding ist nur: Kaum eine Katze wird den Wechsel vom Brei zum halben Schnitzel unkommentiert lassen. Du kannst nicht davon ausgehen, dass du das gewohnte Nassfutter durch BARF-Menüs ersetzt und deinen Stubentiger damit von einem Tag auf den anderen zum Rohfleischfresser machst.

Die Umstellung

Erwartungsgemäß musste ich mein Trio also zunächst einmal umgewöhnen. Katzen sind neophob, alles Unbekannte ist erst einmal böse. Kennt man ja. Geruch anders, Geschmack anders, Konsistenz anders – alles anders! Fress ich nicht!

Ich begann also mit dem Zerschnippeln der schönen Fleischstücke, um sie ins gewohnte Nassfutter zu mischen. Irgendwann steigerte ich die Dosis an Frischfleisch. Dann die Stückchengröße. Im Zweifelsfall gab’s Handfütterung.

Insgesamt war ich die meiste Zeit leider deutlich überzeugter vom Fix-BARF als die Jungs. Der Boss mag es bis heute nicht. Selbst, wenn ich ihm das Futter in meiner Hand vor die Nase halte, ernte ich nur skeptische Blicke und bestenfalls ein flüchtiges Drüberschlecken. Erzwingen kann man’s leider nicht.
Aber: Budd und Indio fressen es mittlerweile. So, wie’s aus der Pelle kommt. In herrlich großen Bissen. Und das ist richtig cool mit anzusehen!

Fix-BARF im Napf
So sauber im Napf liegt das Fleisch nur für fünf Sekunden…

Tatsächlich avanciert das Fix-BARF bei den beiden zeitweise zum Erlebnisfutter, das durch die halbe Wohnung geschleppt und dann auf dem (selbstverständlich) hellen Teppich verspeist wird. Dank zurückbleibender blutiger Flecken ist das nicht ganz so appetitlich. Aber: Man sieht, dass da ein Raubtier in der Katze schlummert. Das coonie-typische Aufspießen und Herumwerfen der Beute nimmt hier ganz neue Formen an!

Das überträgt sich übrigens auch auf die wöchentliche Putenfleisch-Session. Die Zwerge schnappen sich hier viel größere Stücke, kämpfen regelrecht um ihren Teil und scheinen endlich kapiert zu haben, dass ihr Gebiss für mehr als Liebesbisse und das Lochen von Baldriankissen taugt.

Fix-BARF: Eine Alternative – und ein Sprungbrett?

Fertig-BARF für Katzen genießt keinen guten Ruf – und auch mein vorangegangener Test eines anderen Produktes aus dieser Kategorie kam zu einem eher semiguten Fazit.

Beim Fix-BARF spürt man allerdings, dass die Rezepturen mit Verstand entwickelt wurden. Klar, auch hier weiß man nicht zu 100%, was drin steckt. Wenn’s so wäre, könnte man die Menüs schließlich gleich selbst zusammenmischen. (Und das je nach Fleischquelle für weniger Geld.)

Dennoch: Man hat ein genaueres Bild der Zusammensetzung als bei manchem Nassfutter. Und solange man eigene BARF-Mahlzeiten nicht zusammenstellen kann (oder will), hat man mit dem Fix-BARF für Katzen durchaus eine brauchbare Möglichkeit an der Hand, seinem Tiger die Vorteile der Rohfütterung zukommen zu lassen. Mehr Natürlichkeit, zum Beispiel. Bessere Zahnpflege. Nicht zu vergessen: Futter-Party!

Fleischstücke im Fix-BARF
Fleisch: Die beste Zahnbürste für die Katze.

Vor allem für Anfänger, die die biologisch artgerechte Rohfütterung für sich und die eigene Miez ausprobieren möchten, ist das Futter gut geeignet.

Langfristig empfiehlt es sich durchaus, voll in die Materie einzusteigen und eigene Pläne zu erstellen… Denn Sinn und Zweck des BARFens ist es immer noch, die Ernährung des eigenen Tieres voll und ganz auf seine individuellen Bedürfnisse abzustimmen. Und das geht nur, wenn man das Zepter selbst in der Hand hält und weiß, was man wie verändern muss, um auf bestimmte Gegebenheiten einzugehen. Flexibilität in der Zutatenwahl drückt nebenbei bemerkt auch den Preis! Zusätzlich kann man dem Vierpfötler dann noch mehr Abwechslung bieten und sich auf Futterbestandteile konzentrieren, die ihm besonders munden. So kann ich vielleicht auch den Boss früher oder später noch für Mahlzeiten auf Rohfleisch-Basis begeistern… Aber zumindest Budd und Indio konnte ich nun schon an reichlich Kauarbeit gewöhnen, ohne dass ich mir nebenbei Gedanken über unausgewogene Rezepturen hätte machen müssen. Tatsächlich scheint mir dieses Fertig-BARF sogar als Alleinfuttermittel durchaus geeignet, solange man die Sorten variiert.

Von daher: Von 3/4 der Fellgiganten gibt’s fürs Fix-BARF eine Daumenkralle nach oben. Der Boss muss dieses Mal schmollen…

Willst du’s auch mal ausprobieren? Bestellen kannst du die verschiedenen Komplettmenüs hier!

Die obligatorische Anmerkung zum Schluss: Ja, wir haben die hier beschriebenen Produkte kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Nein, das hat unsere Meinung beim Testen und Berichten nicht beeinflusst!

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2 Kommentare

  1. Danke für den Test. Bin selber immer wieder am eher spaßhalber ausprobieren von diversem Fertigbarf. Muss aber sagen das ich die Zusammensetzungen bzw. Zusätze teils schon fragwürdig finde.

    Meine Katzen haben bisher alle Rohfleisch gefressen, aber die meisten bestellen Sachen, egal ob fertige Menüs oder nur das Fleisch eher mit wenig Begeisterung oder totaler Verweigerung reagiert.

    Habe mir hier jetzt ein Probepacket bestellt und bin gespannt wie meine Helden es finden. Sollte ja nur als zusätzliche Abwechslung und Ergänzung zum eingen Barf sein.

    1. Danke für deinen Kommentar! Das mit den Zusammensetzungen ist wahr, häufig habe ich den Eindruck, da wird einfach Fertig-BARF für Hunde an Katzenhalter verkauft. Eine Ladung Kartoffeln, drei Sorten Gemüse, irgendwelche Beeren und gaaanz viele pflanzliche Öle? Perfekt für die Miezen… Nicht. Dagegen gefällt mir das Fix-BARF schon ziemlich gut.

      Probier’s mal aus und sag gern Bescheid, wie deine Fellmonster es angenommen haben! Hier war’s mit der Akzeptanz ja erst einmal so eine Sache… Mal sehen, ob ich irgendwann auch für den Großen noch Möglichkeiten finde, ihn an mehr Rohfleisch ranzuführen.

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