Maine Coon Pflege: Gewöhnung, Gesundheitsvorsorge, Fellpflege

Maine Coon Pflege

Maine Coons wirken durch ihr üppiges Haarkleid oft pflegeintensiver als sie tatsächlich sind. Als Halblanghaarkatzen mit wenig Unterwolle muss man seine Quality Time mit den Miezen nicht allein mit Bürsten verbringen!

Das bedeutet allerdings nicht, dass man Fell- und Körperpflege seiner Schützlinge gänzlich außer Acht lassen könnte. So reinlich Katzen auch sind, gehört es zur Haltung dazu, sie dabei zugunsten der Gesundheit regelmäßig zu unterstützen. Selbst, wenn sie das nicht sonderlich mögen sollten: Es ist notwendig. Und glücklicherweise kann man seine Plüschbomben auch an Vieles gewöhnen, um die Pflege-Routinen für alle Beteiligten entspannter zu gestalten!

Früh übt sich

Pflege-Rituale werden schnell zur Folter, wenn der Vierbeiner sie partout nicht über sich ergehen lassen will. Als Prokrastinationstalent neigt man womöglich dazu, das Vorhaben daraufhin so lange unter den Tisch fallen zu lassen, bis der Coonie-Pelz mehr aus Knoten besteht als alles andere… Mit dem zweifelhaften Erfolg, dass bei der dann bitter nötigen Pflege-Session so richtig die Fetzen fliegen. So wird das Prozedere natürlich erst recht zum Drama für Katze und Mensch. Und: Nach diesem Erlebnis sitzt der Vierbeiner fortan schon schmollend unterm Bett, wenn du nur einen Moment zu lange in Richtung Katzenbürste schaust.

Um allen Beteiligten den Stress zu ersparen, solltest du deinen Fusselkopf lieber so früh wie möglich an diverse Handgriffe und Berührungen gewöhnen. Damit ersparst du euch die Juckelei zum Tierarzt zum Scheren und Krallenschneiden – und du hast einen wesentlich besseren Überblick über den Gesundheitszustand deines Tieres.

Mit der Gewöhnung kannst du im Prinzip loslegen, sobald deine Katze nach dem Einzug Vertrauen zu dir aufgebaut hat. Lässt sie sich von dir anfassen, ohne das Weite zu suchen? Perfekt! Steht deine Katze auf Streicheleinheiten, bist du natürlich im Vorteil – und auch eine gewisse Verfressenheit spielt dir genau in die Karten, denn über die Lieblingsleckerli sind die meisten Tiere bestechlich.

Dein Job ist es, der Miez zu zeigen, dass es nicht nur völlig normal ist, regelmäßig unter die Lupe genommen zu werden, sondern dass ihr dabei auch gar nichts Schlimmes passiert. Letzteres wird aber verdammt schwierig, wenn Miezis erster Kontakt mit der Bürste mit haufenweise Zuppelei verbunden ist, weil sie schon einen dicken Filzknoten in der Plüschhose spazieren trägt. Deswegen ist es so wichtig, das Tier an potenziell unangenehme Dinge zu gewöhnen, bevor die Lage akut wird. Wenn sie den Ablauf nämlich schon kennt und bestenfalls positiv verknüpft hat (Stichwort: Futter!), dann verzeiht sie es dir deutlich schneller, wenn’s dann später doch mal ziept. Besser zumindest, als wenn du mit der Tür ins Haus fällst und ihr beim ersten Date den halben Pelz rausrupfst.

Das Fundament

Die absolute Basis, die deine Miez dringend drauf haben sollte: Festgehalten werden. Und dabei zumindest halbwegs still halten. Das hilft dir bei der regelmäßigen Pflege ebenso wie beim Tierarztbesuch.

Gut sozialisierte Katzen sollten das prinzipiell längst kennen und ertragen können. Hast du aber ein ängstliches Exemplar, das bisher womöglich wenig Menschenkontakt hatte, dann reagiert es unter Umständen schnell mit Zappelei und Kratzattacken. Dann lieber zuerst in Babyschritten an die Situation ranführen und langsam die Zeit, in der festgehalten wird, steigern! Wenn Miez ruhig ist, Leckerli reichen und feiern, wenn sie strampelt, sanft aber bestimmt halten und warten, bis sie sich beruhigt. Übungsende ist immer nur dann, wenn der Zappelphilip gerade halbwegs gechillt ist.
Man muss aber mit Fingerspitzengefühl rangehen und der Katze die Chance dazu geben, sich allmählich einzugewöhnen. Packen und gleich beim ersten Mal drei Minuten in den Schwitzkasten nehmen kommt naheliegenderweise gar nicht gut!

Bevor kein Grundvertrauen seitens der Katze da ist, solltest du von jedweder Manipulation erst einmal soweit wie möglich absehen. Ziel ist dann zunächst, dass die Miez sich bei dir sicher fühlt. Erst danach kannst du ihr ganz allmählich mehr auf die Pelle rücken – immer positiv verstärkend und ohne Überforderung. Tiere, die man aus schlechter Haltung (oder mieser Zucht) übernimmt, sind oft extrem misstrauisch. Natürlich willst du nur ihr Bestes, das verstehen die Plüschkugeln aber nicht! Maine Coons werden groß, haben Kraft und können dir eine ganz schöne Naht verpassen, wenn sie Panik kriegen. Sei dir darüber im Klaren. Die eine oder andere Kriegsverletzung gehört zur Katzenhaltung dazu – aber auch mit den Miezen kann man vieles üben und trainieren, um den Alltag für alle Beteiligten entspannter und schöner zu machen. Wenn du eine kleine Furie zu Hause hast, muss das nicht so bleiben!

Maine Coon Pflege Utensilien
Helferlein zur Pflege

Notwendige Routinen

Dein Fellkumpel ist ausreichend gechillt im Handling? Perfekt. Folgendes sollte er kennenlernen und auf regelmäßiger Basis über sich ergehen lassen:

1. Augen und Augenwinkel reinigen

Sich Schlafkrümel und Verkrustungen entfernen zu lassen, finden Katzen meist relativ uncool. Gerade bei putzfaulen Kandidaten oder Tieren, die aus welchen Gründen auch immer zu tränenden Augen neigen, hilft eine gewisse Toleranz deiner Säuberungsaktion gegenüber aber enorm. Integrier das eine oder andere sanfte Streichen um die Augen herum also ruhig früh in eure Kuscheleinheiten. Wenn das für den Vierbeiner klar geht, kannst du ans richtige Augenreinigen gehen: Nimm dafür ein nicht-fusselndes (!) Tuch, das du mit lauwarmem Wasser anfeuchtest, und wisch vorsichtig über die Verkrustungen. Die ganz hartnäckigen Ablagerungen weichst du so am besten kurz ein, anstatt sie mühsam abzurubbeln. Dann lösen sie sich nämlich hinterher fast von selbst.

2. Ohren checken und säubern

Eigentlich muss man als Zweibeiner die Ohren seiner Miezen nicht reinigen. Lass also die Finger von Q-Tips und Co.! Damit schiebst du möglicherweise vorhandenen Dreck höchstens vors Trommelfell. Manchmal lagern sich aber Schmutz und Ohrenschmalz sichtbar in der Ohrmuschel ab. Um den loszuwerden, wickelst du dir am besten ein feuchtes Tuch um den Zeigefinger und wischst die Verschmutzung vorsichtig heraus. Katzenohren sind verdammt empfindlich, auch hier muss deine Katze sich unter Umständen also erst daran gewöhnen, dass du sie dort festhältst und ihr mit dem Tuch zu Leibe rückst.

3. Mäulchen öffnen und Zähne und Zahnfleisch kontrollieren

Katzen sind gemeinhin nicht darauf ausgelegt, sich von weichem Paté zu ernähren. Die in der Haustierhaltung übliche Ernährungsform verlangt den Zähnen der Miezen nichts ab – auch das vielfach angepriesene Trockenfutter hilft nicht dabei, Zahnbeläge loszuwerden. Wenn du die Beißer deiner Katze gesund halten willst, kannst du wahlweise zur Zahnbürste greifen oder aber auf natürlichere Maßnahmen zur Vermeidung von Zahnstein zurückgreifen. Auch wenn es mittlerweile tatsächlich Zahnpasta mit Hühnchengeschmack für Tiere gibt und du deine Katze durchaus an das Putzen mit einer passenden Bürste gewöhnen kannst, empfehle ich ganz klar, deinem Vierbeiner stattdessen lieber die Möglichkeit zum herzhaften Kauen und Knabbern zu geben! Rohes Fleisch in ausreichend großen Stücken zwingt die Katze, ihre Zähne fachgerecht einzusetzen und sorgt entsprechend für einen Abrieb von Belägen. Zusätzlich gebe ich meinen Monstern regelmäßig Kaustreifen aus getrocknetem reinem Fleisch. Die Entenbrust in Streifen von Dokas* reißen sie mir im Ganzen aus der Hand und kauen sich dumm und dämlich, um sie zu zerkleinern. (Du musst nur aufpassen, dass du keinen Schlinger hast, der den Streifen im Ganzen einsaugt und dann im Hals hängen hat… Dann doch lieber klein schneiden und in Stücken geben.)

Gerade beim Zahnwechsel leiden Maine Coons übrigens häufig unter mehr oder minder ausgeprägter Zahnfleischentzündung. Die bemerkt man neben dem roten Saum am Zahnfleisch auch am unangenehmen Mundgeruch. Um das checken zu können, sollte deine Katze sich von dir das Maul öffnen lassen. Es hilft außerdem enorm, wenn Miez diese Form von Manipulation soweit toleriert, dass du ihr so Pasten auf die Zunge schmieren oder Medis in Tablettenform eingeben kannst.
Bei einer Entzündung des Zahnfleischs kann ein Zahnpflegegel für Tiere ausprobiert werden, das antibakteriell wirkt und die Maulhygiene verbessert. Bei Budd und Sonny war der schlimmste Spuk beispielsweise nach wenigen Anwendungen des Zahnpflegegels von Alfavet* schon vorbei. Bei Indio habe ich außerdem sehr gute Erfahrungen mit der Dentisept Paste* gemacht.
Ich bin aber besonders in puncto Zahn- und Zahnfleischgesundheit immer dafür, im Zweifelsfall zunächst einen Tierarzt draufschauen zu lassen, inwieweit medikamentös behandelt werden muss. Ist bereits Zahnstein vorhanden, kann dieser auch nur noch unter Narkose vom Doc entfernt werden!  So oder so sollte man entsprechend nicht zu lange warten, bis man aktiv wird. Die Bakterien aus dem Maul werden immerhin durch den ganzen Körper gespült – und wenn’s richtig wehtut, stellt dein Vierbeiner irgendwann womöglich das Fressen ein.

4. Schmutz aus dem Pelz entfernen

Ich musste noch nie eine Katze baden – bis Sonny mit seinem leichten Megacolon und Giardien im Gepäck kam und wochenlang immer wieder buchstäblich auslief. Da half auch kein bloßes Abrubbeln mit nassem Handtuch mehr. Punktuelles Abwaschen war leider die einzige Chance, um ein halbwegs erträgliches Zusammenleben aufrechtzuerhalten und dem Kater an schlimmen Tagen ein Mindestmaß an Hygiene zu ermöglichen. Das Ding ist, dass auch die wasseraffinen Maine Coons wenig begeistert reagieren, wenn man sie buchstäblich ins kalte Wasser wirft. Damit die Miez keinen Infarkt bekommt, muss man sich an diese Badesituation entsprechend ein wenig rantasten und ruhig und einfühlsam an die Sache rangehen!

Wenn du einen richtig heißen Feger hast, der eher aus dem Fenster hopst, als sich den Pelz begießen zu lassen, dann musst du das Malheur unter Umständen auch trocknen lassen und später ausbürsten oder wegschneiden. Viele verpassen ihren Langhaarkatzen generell einen modischen Kurzhaarschnitt am Allerwertesten, um das Schlimmste von Vornherein zu verhindern. Ist auch keine Schande, der Katze ist das egal.

Sollte dein Fusselkopf den Wasserkontakt aber halbwegs tolerieren, schnapp dir wenn möglich einen menschlichen Helfer, der festhält. Nasse Katzen auf der Flucht rutschen schnell aus und können sich dabei verletzen! Setz die Miez in die nur wenige Centimeter hoch mit Wasser gefüllte Wanne. Benetz die betroffenen Stellen am Körper vorsichtig mit Wasser und nimm ein Shampoo speziell für Katzen, das auf den ph-Wert der Haut abgestimmt ist. Menschenshampoo ist ungeeignet! Achte penibel darauf, dass kein Shampoo in die Augen gerät und spül den Schaum hinterher sorgfältig ab, damit deine Katze hinterher keine Reste durch Putzen aufnimmt. Trockne das Tierchen nach dem Bad mit einem Handtuch ab und sieh zu, dass es sich im Anschluss in einem warmen Raum aufhält, bis der Pelz komplett durchgetrocknet ist.

5. Krallen kürzen

Gerade Wohnungskatzen haben trotz Kratzmöbeln und Co. in der Bude teilweise Schwierigkeiten, ihre Krallen ausreichend abzunutzen. Manche Kandidaten nehmen ihre Pediküre selbst in die Hand und kauen sich quasi die Nägel ab – das tut aber nicht jede Katze. Wenn man nicht aufpasst, werden die Klauen irgendwann so lang, dass sie der Miez in die Ballen pieksen. Das kann zu unschönen Verletzungen und Entzündungen führen.

Außerdem sind gerade Jungkater ziemliche Raufbolde! Mir geht immer das Herz auf, wenn ich Buddy selig mit seinen Kumpanen über den Wohnzimmerteppich rollen sehe… Worauf ich allerdings wenig Lust habe, sind Wunden in Augen- und Nasennähe. Da sind die Tiere schlichtweg empfindlich und fiese Entzündungen damit vorprogrammiert, wenn ein Hieb mal wieder zu gut saß. Dementsprechend entwaffne ich meine Kater regelmäßig, indem ich ihnen die Krallen stutze. Van Damme-mäßig prügeln tun sie sich nach wie vor, aber jetzt sind sie weitestgehend mackenfrei.

Zum Krallenschneiden sind im Zoohandel entsprechende Krallenscheren* zu erwerben. Es schadet nicht, wenn für Coonie-Klauen das gewählte Modell auf dickere Krallen zugeschnitten ist. Hauptsache ist: Das Ding muss scharf genug sein, dass die Krallen beim Schneiden nicht bloß gequetscht werden und splittern!

Zum Krallenkürzen die Miez halten, Pfötchen nehmen, die Krallen durch leichten Druck auf die Ballen ausfahren und die Spitzen kappen. Immer nur in die durchsichtige Hornschicht schneiden! Das stört den Vierbeiner nicht. Da allerdings, wo es rosa durchschimmert, liegt das Blutgefäß – wenn du dort hineinsäbelst, veranstaltest du nicht nur eine ziemliche Sauerei, sondern du tust deiner Katze auch ganz schön weh.

6. Der gefürchtete Klassiker: Bürsten!

Maine Coon Bürsten
Meh.

Last but definitely not least: Fellpflege. Es gibt diverse Arten von Kämmen und Bürsten, mit denen du deinem Tiger auf die Pelle rücken kannst. Ich persönlich mag’s lieber simpel und bleibe bei einer stinknormalen Doppelbürste*, dem Furminator* und, neuerdings (nach einem Tipp der lieben Diana von den Blogkatzen), einem Entfilzungsmesser*. Wenn die Kater mit mir rausgehen, checke ich den Pelz zusätzlich mit einem Flohkamm* durch.

Dadurch, dass ich die Monster mehrmals wöchentlich gründlich durchbürste, halten Filzknoten sich in Grenzen. Mit sanft aber regelmäßig fahre ich gerade beim Boss ziemlich gut, denn der macht sich trotz aller Gewöhnung massiv ins Hemd, wenn’s zuppelt. Der Grund, warum ich die simplen Doppelbürsten* mag, ist der, dass die Metallzinken kleinere Knötchen gut mitnehmen, man die Nylonborsten auf der Rückseite dann aber gleich zur Belohnungsmassage nutzen kann. Das besänftigt selbst den alten Brummbären. Bei Budd und Sonny habe ich anfangs zur Gewöhnung sogar nur mit den Borsten gebürstet, sodass die beiden die Fellpflege vornehmlich als Knuddel- und Spielminuten wahrnehmen. Das empfiehlt sich generell für jedes Tier, das das Bürsten erst kennenlernen muss: Lass es die Bürste zuerst ausgiebig in Augenschein nehmen und starte, indem du die weichen Borsten quasi zum Streicheln verwendest. Das Bürsten mit Metallzinken kommt später – und auch dann erst in knotenfreiem Pelz.

Fellpflege mit Entfilzer
Entfilzungsmesser in Aktion – mit dem Output lässt sich dann ein Teppich weben.

Wenn richtige Knoten längst vorhanden sind, reicht die Bürste meistens nicht mehr aus. Klassisch sind verhedderte Haare beispielsweise unter den Vorderbeinen und im weichen Bauchfell. Wenn man viel Körperkontakt zu seinen Katzen hat, bemerkt man Verfilzungen recht schnell. Sofern die Miez tolerant ist, kann man den Knoten vorsichtig auskämmen… Oder aber den Furminator* nehmen, der mit solchen Verfilzungen ohne großartiges Ziepen relativ kurzen Prozess macht. Wenn Miez sich zwischenzeitlich zum Flokati-Teppich mausert, wie der Boss das alle paar Monate tut, empfiehlt sich auch ein Entfilzungsmesser*: Das klingt gruseliger als es ist, man kämmt mit den langen Zinken einfach sanft durchs Fell und der Entfilzer erledigt seinen Job, ohne dass die Katze großartig bezuppelt wird. Der Boss toleriert das sogar noch deutlich besser als den Furminator.

Wenn das auch nicht geht, hilft die Schere. Hier aber bitte vorsichtig sein und nur schneiden, wenn der Vierbeiner stillhält! Beim Boss entwirre ich die Haare auch einfach oft soweit möglich mit den Fingern und bürste hinterher drüber.
Wichtig ist, an den Fellknoten nicht mit Gewalt herumzurupfen. Bleib sanft. Du lässt dir schließlich auch nicht gern an den Haaren ziehen!

Achtung übrigens mit dem Coonie-Schwanz: Hier wächst das Fell nur sehr langsam nach. Wenn er nicht gerade verfilzt ist, kann man ihn beim Bürsten getrost auslassen.

Warum Fellpflege so wichtig ist

Ein gepflegter Pelzmantel ist nicht nur aus optischen Gründen wünschenswert. Das längere Fell der Maine Coon verknotet sich naheliegenderweise eher als der kurze Plüsch einer Europäischen Hauskatze. Nehmen Filzknoten im Fell Überhand, wird das für den Vierbeiner zunehmend unangenehm! Aus den kleinen Knötchen entstehen mit der Zeit ganze Filzplatten, die regelrecht mit der Haut verwachsen zu sein scheinen – und genau die wird darunter entsprechend nicht mehr ausreichend belüftet. So wird sie zum wunderbaren Nährboden für Bakterien und Pilze. Juckende und brennende Ekzeme sind die Folge.

Wenn Miez dann anfängt, sich verstärkt zu kratzen, kann es mit Pech außerdem passieren, dass sie mit den Krallen in einer Verfilzung hängen bleibt… Und sie sich herausreißt. Das geht dann bis aufs Fleisch.

Sind bei deinem Tier schlimme Filzlappen vorhanden, denen du selbst nicht Herr werden kannst, bring es zum Tierarzt. Der schert den Vierbeiner einmal ab. Bestehen schon Ekzeme, können die nun behandelt werden. Und während das Fell allmählich nachwächst, könnt ihr die Fellpflege ganz ohne Zuppelei üben… Damit könnt ihr euch einen weiteren Termin zum Scheren mit etwas Glück auch ersparen!

Der Fellwechsel und das Haarballenproblem

In puncto Fusselei bildet der Fellwechsel einen Ausnahmezustand. Teilweise haaren die Coons dabei so stark, dass man sich wundert, warum sie nicht längst nackt durch die Bude flitzen. Der umherfliegende Pelz ist dann eine Sache – dafür gibt es Staubsauger… Problematisch ist eher, dass die Katzen beim Putzen generell, aber ganz besonders während dieser Zeit eine ganz schöne Überdosis Haare aufnehmen. Und die müssen irgendwann wieder raus. Entweder durch Hochwürgen oder über den Darm.

Maine Coon Pflege
Yummy.

Die kätzische Verdauung ist insgesamt mit Vorsicht zu genießen. Verstopfung kommt bei Katzen bedenklich häufig vor und gerade Maine Coons sagt man häufig eine gewisse Darmträgheit nach. Es ist also sinnvoll, insgesamt im Alltag und ganz besonders beim Fellwechsel unterstützend einzuwirken, damit sich keine Bezoare im Katzenkörper bilden. Die schlagen der Katze nämlich wahlweise auf den Magen oder fördern mit Pech einen Darmverschluss, wenn sie nicht beseitigt werden.

Um die Haaraufnahme selbst zu reduzieren, empfiehlt sich zunächst tägliches Bürsten, um die losen Haare loszuwerden, bevor sie im Tier landen. Wenn die Fusselei losgeht, greife ich dabei auf den Furminator* zurück. Der ist für die konstante tägliche Anwendung ungeeignet, weil er auch Haare mitnimmt, die Miez noch benutzt: Wenn du’s mit dem guten Stück übertreibst, dünnst du den Fellmantel deiner Katze also nach und nach aus. Beim Fellwechsel ist es aber erst einmal erwünscht, möglichst viel Plüsch auszukämmen.

Damit die Haare, die deine Katze trotzdem noch aufnimmt, möglichst reibungslos wieder ausgeschieden werden, gibt es im Kern zwei Möglichkeiten.

Wenn du die Regurgitation (sprich: das Auswürgen) der Haarballen stimulieren willst, kannst du (ungespritztes) Katzengras bereitstellen. Knabbern die Miezen daran und schlucken einen Halm, setzt das einen Reiz, um die Haare aus dem Magen samt Gras auszuspucken. Nicht sonderlich appetitlich, aber funktioniert. Das Dumme an Katzengras ist nur, dass man darauf achten muss, Sorten mit weichen Halmen und ohne Widerhaken zu besorgen. Andernfalls kann man das Pech haben, dass Halme der Miez im Hals oder im Magen-Darm-Trakt hängen bleiben. Manche Katzen werden auch zu regelrechten Junkies und übertreiben es maßlos mit der Gras-Knabberei – was dann auch wieder zu Magenschleimhautentzündung oder Verstopfung führen kann.

Willst du dir die ständige Kotzerei deines Vierbeiners ersparen, kannst du auch dafür sorgen, dass die Haarballen besser rutschen – vorzugsweise durch den Darm. Öle und Fette wirken als perfekte Gleitmittel, ummanteln raue Haarklumpen in Magen und Darm und fördern so deren Abgang. Liegt der Bezoar noch im Magen, wird ihm durch seine bessere Gleitfähigkeit auch der Weg durch die Speiseröhre erleichtert, hier kann es also ebenfalls zum Hochwürgen kommen. Der größte Teil wird allerdings gewöhnlich durch die natürliche Peristaltik durch den Darm befördert und mit dem Kot ausgeschieden. Für diesen Effekt kannst du der Miez beispielsweise ein- bis zweimal die Woche etwas Butter oder Gänseschmalz geben – gerade tierische Fette werden häufig ganz gut angenommen. Aber auch pflanzliche Fette in Form von etwas Margarine oder ein paar Tropfen Speiseöl erfüllen ihren Zweck.
Und dann gibt es da noch den absoluten Klassiker: Maltpasten*. Diese Pasten sind speziell für den Katzengaumen hergestellt und werden dementsprechend von vielen Tieren sehr gern gefressen. Neben den Ölen und Fetten, die den gewünschten Gleit-Effekt bringen, ist allerdings auch häufig Zeug in den Pasten enthalten, das in der Katze nichts zu suchen hat: Zucker beispielsweise. Deswegen laufen diese Pasten ganz klar als Leckerli. Wenn die Katze sie gut verträgt und nicht in Massen zu sich nimmt, ist das kein Drama… Auch meine Fellbomber stehen auf das Zeug und ich nutze es hin und wieder zur Bestechung oder beim Verabreichen von Tabletten. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass es sich dabei um keinen sonderlich gesunden Snack handelt, auch wenn die Industrie uns das natürlich weismachen möchte.

Fazit

Pflege und Gesundheitsvorsorge gehen in der Tierhaltung Hand in Hand. Auch wenn der Alltag mit Coonies nicht aus Bürstorgien besteht, muss man ein Auge auf seine Fellkugeln haben und neben guter Hygiene auch regelmäßig auf Krankheitsanzeichen achten. Manche Vierbeiner reagieren darauf mit eher mäßiger Begeisterung – mit Geduld und Empathie kann man sie aber an derartige Routinen gewöhnen. Das sollte man auch tun! Lässt man Fell- und Körperpflege schleifen, leidet schließlich über kurz oder lang die Gesundheit… Dann hat man Stress und Kosten durch Tierarztbesuche, die vermeidbar gewesen wären. Vom zusätzlichen Stress für’s Tier mal ganz abgesehen.


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5 Kommentare

  1. Word! Da geht’s den Fellmonster-Dosenöffnern allen gleich :D. Wir müssen momentan auch täglich entfusseln bei Simba und dann hat man auch weniger Zeitaufwand, da sich dann garkeine Knoten bilden können. Dennoch hoffen wir, dass der Fellwechsel bald vorbei sein möge ;).
    Furminator funktioniert bei uns garnicht, aber das kommt sicher auch auf das Fell an. Wir haben uns für einen Entfilzungskamm entschieden. Funktioniert halt bei jedem was anderes am besten :).

    1. Ich glaube, mit deinen hübschen Flauschkugeln hast du da glatt noch mehr Arbeit als wir! Simba hat bestimmt ganz besonders feines Fell, oder? Schade, dass der Furminator da gar nicht hilft – nur gut, dass es immer noch Alternativen gibt, durch die man sich durchtesten kann!
      Allmählich haben meine Monster das Schlimmste an Entpelzung wohl hinter sich… Ich hoffe, bei euch fliegen mittlerweile auch schon weniger Haare!

  2. Uns ist vor ca. 4 Wochen eine Maine Coon-Katze zugelaufen. Sie ist in sehr desolatem Zustand (Fell knotig und schmutzig, Sie niest häufig und man merkt, dass sie nicht richtg durch die verstopfte Nase atmen kann. Außerdem ist sie total unterernährt, ist sehr ängstlich und läßt sich mittlerweile gerne schnurrend streicheln. Ich würde sie gerne einem Tierarzt vorstellen, aber wie kriege ich sie behutsam in den Katzentransport-Korb?
    Ich habe ihr ein warmes überdachtes Lager gemacht.

  3. Doris Kessler sagt:
    14. Dezember 2017 um 12:39 Uhr

    Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.

    Uns ist vor ca. 4 Wochen eine Maine Coon-Katze zugelaufen. Sie Uns ist vor ca. 4 Wochen eine Maine Coon-Katze zugelaufen. Sie ist in sehr desolatem Zustand (Fell knotig und schmutzig, Sie niest häufig und man merkt, dass sie nicht richtg durch die verstopfte Nase atmen kann. Außerdem ist sie total unterernährt, ist sehr ängstlich und läßt sich mittlerweile gerne schnurrend streicheln. Ich würde sie gerne einem Tierarzt vorstellen, aber wie kriege ich sie behutsam in den Katzentransport-Korb?
    Ich habe ihr ein warmes überdachtes Lager gemacht.

  4. Ich möchte irgendwann eine (oder besser doch zwei?) Main Coon haben und sauge nun Infos auf, wie ein Schwamm. So deutlich habe ich nirgends ein Statement zur Fellpflege bekommen- auch nicht auf Züchterseiten…- also, im Kittenalter viel Zeit und Zuwendung darauf verwenden, um ein Katzenleben lang davon zu profitieren. Ich hoffe, ich bekomme dann einen gutmütigen Gesellen ab😉
    Vielen Dank für diesen Blog- ich bin zwar noch nicht durch, weiß aber, dass ich hier dran bleiben werde.
    So liebevolle und verständnisvolle Worte für seine pelzigen Mitbewohner zu finden – KLASSE‼️

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