Maine Coon Entwicklung: Das Gewicht zweier Kitten im Verlauf von vier Monaten

Maine Coon Entwicklung

Maine Coons sind die größte domestizierte Katzenrasse der Welt – lediglich Norwegische Waldkatzen und Ragdolls kommen an die Fellgiganten ran. Ich spare mir an dieser Stelle die obligatorischen Witze zum Thema »Es kommt nicht auf die Größe an« – viele Menschen werden trotzdem zuallererst von der Imposanz der Tiere angezogen, und das ist okay. Hey, es wird Winter! Coonies sind tolle Wärmflaschen. Ich lag jetzt eine ganze Weile flach und habe die Tage im Bett verbracht, begraben unter drei Decken und drei Fellbeuteln. Heizen musste ich zusätzlich jedenfalls nicht mehr.

Das Besondere an den Tieren ist, dass sie einige Jährchen brauchen, bis sie sich vollständig entwickelt haben: Ausgewachsen sind sie erst mit etwa vier Jahren. Das Wachstum zu beobachten ist extrem spannend! Ich lebe jetzt zum ersten Mal mit zwei gleichaltrigen Jungkatern zusammen und obwohl die beiden genetisch wahnsinnig nah beeinander sind, ist ihre Entwicklung sehr unterschiedlich.

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Mittlerweile sind einige Monate vergangen und es gibt eine Fortsetzung dieses Artikels! Vergiss nicht zu lesen, wie es mit Buddy und Sonny weiterging:
Maine Coon Entwicklung Teil 2: Gute Entwicklung vs. schlechte Entwicklung

Wie schwer wird ein Maine Coon?

Wie groß und schwer Maine Coons schlussendlich werden, ist generell ziemlich variabel. Natürlich spielen die Linien eine Rolle, aber selbst ein Kitten von großen Eltern kann mal verhältnismäßig klein bleiben. Jede Katze entwickelt sich anders. Auch Buddy und Sonny (Halbbrüder vom selben Daddy, wobei auch die Mütter eng miteinander verwandt sind) sind in puncto Gewichtsverlauf bisher verschieden und ich gehe stark davon aus, dass Sonny seinen Rückstand nie gänzlich aufholen wird.

Das endgültige Gewicht der Maine Coon-Kätzinnen, die ich kenne, liegt zumeist um die 4 bis 7 Kilo. Meine Kater wogen durchschnittlich zwischen 7 und 10 Kilogramm. Unser Midnight brachte seinerzeit stolze 13 auf die Waage, war allerdings auch übergroß und etwas zu gut gebaut (sprich: Wampe war vorhanden). Der Boss ist aus extrem großen Linien und hat ebenfalls ein Normalgewicht über 10 Kilo, klappert momentan aber mit lediglich 9 Kilo durch die Gegend. Und wenn ich sage, dass er klappert, meine ich das auch so, man spürt nämlich beim Knuddeln jeden Knochen. Wer mal eine Katze nach Krankheit päppeln musste, weiß, wie zäh es ist, die Tiere zum Zunehmen zu bewegen.

Die Entwicklung von Buddy und Sonny

Zur Erinnerung: Buddy ist am 16. März 2016 geboren, Sonny zwei Tage später. Sie sind Halbbrüder und von Anfang an gemeinsam aufgewachsen. Beide sind (noch) unkastriert, wobei dies in Anbetracht all der gut entwickelten Frühkastraten da draußen kaum Einfluss haben sollte.

Wenn du dich durch die übrigen Artikel wühlst, bekommst du schon einen ziemlich guten Eindruck, inwieweit die beiden Männchen sich entwickelt haben – ich neige nämlich dazu, zur Bebilderung immer aktuelle Fotos zu verwenden. (Auch auf die Gefahr hin, dass Menschen sich beim Lesen der Juli-Beiträge wundern, wieso von Giganten die Rede ist, wenn da auf den Fotos nur Zwerge zu sehen sind.) Zusätzlich nutze ich unseren Instagram-Account quasi zur öffentlichen Doku unseres felinen Alltags. Beim Zurückscrollen sieht man recht fix, dass die Monster wachsen und gedeihen.

Einen schnellen Vergleich wagen wir allerdings auch an Ort und Stelle:

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Das Foto stammt vom 18. Juli 2016. Die beiden sind hier vier Monate alt, tragen einen flotten Kurzhaarschnitt mit Babyflusen, bestehen zu ungefähr 50% aus Ohren und könnten ansonsten auch vom Bauernhof am Stadtrand stammen. Trotz der hohen genetischen Ähnlichkeit hat Sonny (alias Rosi alias der Red Silver Tabby Classic White rechts im Bild) verglichen mit Blue Tabby Classic White Budd ein deutlich spitzeres Gesicht. In puncto Größe wirken beide hier gar nicht so unähnlich, Budd ist aber auch zu diesem Zeitpunkt schon schwerer als Sonny.

Es folgt der Sprung ins Hier und Jetzt:

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Aufgenommen am 31.10.2016. Happy Halloween! Die Jungs sind jetzt sieben Monate alt. Beide haben mächtig an Flausch zugelegt. Die Ohren passen mittlerweile zum Kopf, die Halskrausen wachsen, allmählich kommen die kantigen Katerschädel zum Vorschein. Insbesondere bei Buddy. (In ihm erkennt man dank ausgeprägter Knubbelschnute sogar leicht die Verwandtschaft mit dem Boss: Dessen Papa ist nämlich der Ururgroßvater der Minis.) Sonny hat nach wie vor deutlich feinere Züge. Und er ist dünn. Wahnsinnig dünn. Ganz im Gegensatz zu Budd, der teilweise ungefähr so elegant auf der Seite liegt wie Jabba The Hutt und dabei seinen Bauch als Standfuß benutzt.

Einflussfaktoren

Nun muss man sagen, dass beide Kater von Anfang an benachteiligt waren: Beide waren krank. Beide hatten Giardien (eine wahnsinnig spaßige Angelegenheit – die Viecher fressen die Miezen regelrecht von innen her auf), und Sonny schleppte von Beginn an eine Ladung unentdeckten Steinkot mit sich herum. Giardien verursachen fürchterlichen Durchfall, weswegen der flüssige Kot sich lange Zeit fröhlich an der Blockade in seinem Darm vorbeischieben konnte. Bis der Zweibeiner die Parasitendiagnose sichern ließ und prompt mit der Behandlung loslegte. Je fester der Kot wurde, desto schlechter wanderte er in Richtung Ausgang. Durch die Masse, die den Weg versperrte, war der Darm stellenweise ohnehin schon ausgeleiert und träge. Irgendwann setzte Sonny dann statt zweimal täglich nur noch einmal täglich Kot ab, die Menge wurde noch geringer, und dann kam der Moment, wo der Darminhalt so ausgetrocknet und fest geworden war, dass er sich gar nicht mehr bewegte – und wo ich Sonny auf der Stelle in die Klinik verfrachtete.

Das schreibe ich sicher nicht, weil es so eine schöne Erinnerung an Sonnys Kindheit wäre. Verstopfung kommt bei Katzen bedenklich häufig vor – und ist brandgefährlich, wenn sie nicht schnell genug beseitigt wird. Wo das Problem bei Sonny lag, weiß ich bis heute nicht; ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Monsieur sich ein bisschen zu sehr an dem Trockenfutter gütlich getan hat, das bei seiner Züchterin zur Verfügung stand, und es dabei mit der Flüssigkeitsaufnahme nicht so genau genommen hat. Gerade Maine Coons scheinen eine gewisse Prädisposition für Darmträgheit und Megacolon mitzubringen. Die OP, um so ein Malheur zu beseitigen, bedeutet Kosten im vierstelligen Bereich und ist immer mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden, sofern der Darm geöffnet werden muss (was bei Sonny der Fall war). Sehr uncool.

Und natürlich bleibt stets die Sorge, dass das Drama sich wiederholt.

Sowohl die Giardien als auch Sonnys Darm-OP haben die Entwicklung der Kerlchen merklich beeinträchtigt. In einen frisch operierten Darm will man auch keine fiesen Medis hauen, dementsprechend waren die Parasiten hier deutlich länger Untermieter als geplant (sobald ein Tier der Gruppe nicht behandelt wird, sind Reinfektionen vorprogrammiert). Vor dem Hintergrund bin ich mehr als erleichtert, dass aus den Winzlingen doch schon so muntere Fellpuschel geworden sind! Sonny bleibt mit seinem Background zwar mein Sorgenkind, aber auch er nimmt zu und wird hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich noch groß und stark und robust werden. (Meinetwegen kann er allerdings auch klein und schnuckelig bleiben, solange er fit und gesund ist.)

Gewichtsverlauf

Vielleicht kommt es durchs Studium, aber ich liebe Daten. Deswegen parke ich die Zwerge regelmäßig auf der Waage, um das Gewicht zu kontrollieren (und in Tränen auszubrechen, wenn Sonny mal wieder stagniert). Gnädigerweise haben beide Katerchen im Verlauf der letzten vier Monate jedoch stetig zugelegt:

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Wie man sieht, war Blaubär Budd dem kleinen Rotfuchs von Anfang an einige Gramm voraus. Über die Wochen näherten sie sich auch nicht an – im Gegenteil. Sie klaffen mittlerweile ein knappes Kilo auseinander. Das kann dir aber auch bei gesunden Vollgeschwistern passieren. Ebenso ist es möglich, dass ein Tier plötzlich stagniert und dafür das andere aufholt.

Kleinere Plateaus, wo mal eine Woche nichts vorangeht, sind normal. Sonny hat mit 24 Wochen einen Satz nach unten hingelegt: Das war die OP. Du kannst dir jetzt aussuchen, ob der Gewichtsverlust am entfernten Steinkot (ew!) oder der vorübergehenden Nahrungskarenz lag. Gastro-Futter sei Dank hat er danach den alten Stand recht schnell wiedererlangt und nach der Umstellung auf sein gewohntes Essen auch überholt.

Rechnet man das Durchschnittsgewicht über die Monate aus, so zeigt sich, dass momentan (naheliegenderweise) die Entwicklung noch gleichbleibend schnell voranschreitet:

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Buddys Sprünge von Monat zu Monat scheinen dabei etwas höher als die von Sonny zu sein. Ebenfalls nicht gerade verwunderlich. Tendenziell sollte die Kurve für die nächsten paar Wochen bzw. Monate weiterhin relativ steil nach oben gehen und dann deutlich abflachen. Sie haben dann noch nicht ihr Endgewicht erreicht, nehmen ab ca. einem Jahr aber gewöhnlich nur langsam weiter zu. Vielleicht wissen die Jungs mich aber auch zu überraschen – wir werden sehen.

Bisher habe ich nie wirklich Buch über die Entwicklung meiner Coons geführt – was verdammt schade ist. Da ich bei Sonny ohnehin nicht um die regelmäßigen Gewichtskontrollen herum komme, kann ich dieses Mal genauso gut meine Zwangsneurosen ausleben und die Daten in bunte Diagramme verwandeln.

Oden an die Protokollführung, Gewichtsvergleiche und sonstige Anekdoten zum Thema Entwicklung sind natürlich stets gern gesehen – hinterlass uns doch einen Kommentar! Führst du Buch über deine Tiere? Hast du auch ein Sorgenkind, bei dem jede Stagnation maximales Kopfkino auslöst?

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Mittlerweile sind einige Monate vergangen und es gibt eine Fortsetzung dieses Artikels! Lies hier, wie es mit Buddy und Sonny weiterging:
Maine Coon Entwicklung Teil 2: Gute Entwicklung vs. schlechte Entwicklung

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4 Kommentare

  1. Ich kann mir vorstellen, dass beide durch die Kastration zunehmen werden, ich hoffe auch, dass Sonny gesundheitlich wieder über den Berg ist und schell aufholen kann.

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